Angst, von einer Therapeutin oder einem Coach abhängig zu werden?
„Ich habe Angst, von dir abhängig zu werden.“
Diesen Satz höre ich in meinen Coachings immer wieder.
Oft steckt dahinter nicht die Angst vor der Begleitung selbst, sondern die Sorge, erneut eine Erfahrung zu machen, die dein Nervensystem bereits kennt: dich auf jemanden einzulassen und später enttäuscht, verletzt, kontrolliert oder verlassen zu werden.
Gerade wenn du belastende Bindungserfahrungen oder ein Entwicklungstrauma erlebt hast, hat dein Nervensystem möglicherweise gelernt, dass Nähe nicht automatisch Sicherheit bedeutet. Vielleicht waren wichtige Bezugspersonen emotional nicht verfügbar, unberechenbar oder selbst überfordert. Vielleicht war Zuwendung an Bedingungen geknüpft oder deine Bedürfnisse hatten wenig Platz.
Dein Nervensystem speichert solche Erfahrungen nicht nur als Erinnerungen, sondern auch als Schutz- und Überlebensstrategien.
Vielleicht kennst du Gedanken wie:
Verlass dich nur auf dich selbst.
Mach dich nicht abhängig.
Zeige deine Bedürfnisse lieber nicht.
Halte Abstand – dann kannst du nicht verletzt werden.
Diese Strategien waren einmal sinnvoll. Sie haben dir geholfen, mit schwierigen Erfahrungen umzugehen und dich zu schützen.
Doch heute können genau dieselben Schutzmechanismen dazu führen, dass selbst eine sichere und wertschätzende Begleitung Angst auslöst.
Nicht, weil die Beziehung tatsächlich gefährlich ist.
Sondern weil dein Nervensystem Nähe zunächst mit einem früheren Risiko verbindet.
Aus einer bindungs- und nervensystemorientierten Perspektive ist diese Angst deshalb kein Zeichen von Schwäche. Sie erzählt eine Geschichte darüber, was du erleben musstest und wie klug sich dein Nervensystem damals angepasst hat.
Genau deshalb ist mir die Beziehung im Coaching so wichtig.
Nicht, damit du von mir abhängig wirst.
Sondern damit dein Nervensystem neue Beziehungserfahrungen machen kann.
Dass deine Bedürfnisse willkommen sind.
Dass Unsicherheiten ausgesprochen werden dürfen.
Dass Grenzen respektiert werden.
Dass unterschiedliche Meinungen eine Beziehung nicht zerstören.
Dass Unterstützung angenommen werden kann, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Genau das darfst du auch in meinen Coachings erleben. Wir sprechen nicht nur über Symptome oder Verhaltensweisen. Gemeinsam schauen wir auf die Bindungs- und Nervensystemmuster, die darunterliegen. Nicht, um sie zu bewerten oder zu bekämpfen, sondern um sie zu verstehen. Denn erst wenn dein Nervensystem sich sicher genug fühlt, können neue Erfahrungen entstehen.
Mein Ziel ist deshalb nie, dass du mich brauchst.
Mein Ziel ist, dass du dir selbst wieder mehr vertrauen kannst. Dass du deine Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen besser wahrnimmst. Dass du innere Sicherheit entwickelst und Schritt für Schritt erlebst: Ich darf Unterstützung annehmen, ohne mich selbst dabei zu verlieren.
Denn genau darin liegt der Unterschied zwischen Abhängigkeit und einer sicheren Bindung:
Eine gute Begleitung bindet dich nicht an einen Menschen.
Sie begleitet dich ein Stück deines Weges – damit du wieder stärker mit dir selbst verbunden bist.
Erste Impulse
Wenn dich die Angst begleitet, von einer Therapeutin oder einem Coach abhängig zu werden, musst du sie nicht wegdrücken. Vielleicht darf sie zunächst einfach da sein – als Hinweis darauf, dass dein Nervensystem versucht, dich zu schützen.
Vielleicht magst du dich fragen:
Wovor möchte mich diese Angst eigentlich schützen?
Welche Erfahrungen könnten dahinterstehen?
Was würde meinem Nervensystem helfen, sich heute ein kleines Stück sicherer zu fühlen?
Welche Form von Unterstützung fühlt sich für mich im Moment stimmig an?
Es geht nicht darum, diese Angst möglichst schnell loszuwerden.
Es geht darum, sie zu verstehen.
Denn oft verändert sich etwas, sobald wir erkennen, dass unsere Reaktion einmal eine wichtige Schutzfunktion hatte.
Vielleicht ist die entscheidende Frage deshalb nicht:
„Wie werde ich diese Angst los?“
Sondern:
„Was braucht mein Nervensystem, damit Nähe sich Schritt für Schritt sicher anfühlen darf?“
Kurzvideo Angst abhängig zu werden
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Wenn du mehr über meinen traumasensiblen Ansatz erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen: